Fachportal Klinik für Geriatrie und Geriatrische Tagesklinik

Die Klinik für Geriatrie und Geriatrische Tagesklinik ist eine Krankenhausabteilung (§109), die eine integrierte frührehabilitative Therapie - stationär und teilstationär - betreibt. Es reicht eine Einweisung vom Hausarzt oder die Verlegung aus einer anderen Klinik als Zugang.

Grundlage der Therapie sind umfangreiche Testungen der Ausgangssituation. Selbstverständlich stehen unseren Patient*innen auch alle medizinischen Untersuchungsmöglichkeiten anderer Kliniken zur Verfügung. Allerdings wird sehr sorgfältig abgewogen, welche Maßnahmen sinnvoll sind, um eine bessere Alltagskompetenz und Lebensqualität zu erlangen.

Unsere Patient*innen werden möglichst fallabschließend und wohnortnah behandelt, um in ihr gewünschtes Wohnumfeld entlassen werden zu können. Charakteristisch für geriatrische Kliniken ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen mit regelmäßigem Austausch über Patienten und Therapieplanung. Jeder Patient, der von der Therapie profitieren kann, erhält tägliche mehrfach Therapienaßnahmen und rund um die Uhr die sogenannte aktivierende Pflege.

Die Spezialität der Geriater ist die Diagnostik und Wichtung derjenigen Erkrankungen und Störungen, die behandelt werden müssen, um den älteren Patienten in die Lage zu versetzen, das Training erforderlicher Fähigkeiten durchzustehen. Häufig handelt es sich neben den Akuterkrankungen um sogenannte syndromale Erkrankungen wie Schwindel, Stürze und Verwirrtheitszustände, die auf Ursachen aus verschiedenen Organsystemen beruhen. Dabei nimmt die Korrektur der Medikation einen wichtigen Stellenwert ein. Auf der Basis der für Internisten üblichen Fertigkeiten und Kenntnisse verfügen wir über umfangreiche Methoden der Schluckdiagnostik, über eine Gedächtnisambulanz, die sich speziell mit den Problemen älterer Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen befasst, insbesondere Verdachtsfälle.

Geriater sind sozusagen Generalisten, die ähnlich wie der Hausarzt, viele verschiedene Erkrankungen aus sämtlichen Gebieten in häufig späten Stadien erkennen müssen. Sie müssen einschätzen, ob und welche therapeutische Maßnahmen sinnvoll sind. Die Recherche der Anamnese, der sozialen Umstände und die Wünsche der Patienten sind zu eruieren und in einen realistischen Therapieplan umzusetzen. Dazu ist die Fort-und Weiterbildung in nahezu allen medizinischen Gebieten mit Perspektive auf ältere und hochaltrige Menschen die unerlässliche Grundlage.

Unsere Patienten sind im Mittel etwa 81 Jahre alt, vorwiegend Frauen, sie leiden unter durchschnittlich 8 Erkrankungen und nehmen mehr als 10 Medikamente. Die Krankenhausaufnahme erfolgt in den meisten Fällen wegen eines Schlaganfalls, wegen Stürzen mit Frakturen von Hüften, Becken oder Wirbelkörpern und wegen neuro-psychiatrischer Erkrankungen wie Parkinson, Demenz oder nach schweren Operationen und Herzinfarkten. Neben den medizinischen Aufgaben leitet der Geriater das geriatrische Team, wobei einmal der Therapieplan nach den Tests und Untersuchungen erstellt wird und dann wöchentlich jeder Patient besprochen wird.

Nicht zuletzt sind ethische Fragestellungen zusammen mit Patienten, den Angehörigen und anderen Bezugspersonen ein wichtiger Bestandteil der täglichen Arbeit. Dabei ist die Würdigung und Durchsetzung des Willens der Patienten oberstes Ziel. Die Vermittlung unklarer Zusammenhänge von Krankheiten, medizinischen Möglichkeiten und Sinnhaftigkeit im Einzelfall ist oft schwierig. Nicht zuletzt hilft das geriatrische Team den Patienten, ihre Ansprüche bei den Kassen durchzusetzen, um in notwendigem Maße mit Hilfsmitteln, Pflege und anderen Erfordernissen versorgt zu werden. Unser Interesse ist die nachhaltig verbesserte Alltagskompetenz unserer Patienten, was auch von der konsequenten Versorgung nach der Entlassung abhängt.

Grundsätzlich ist vor Einweisung oder Verlegung zu prüfen, ob eine Krankenhausbehandlung erforderlich ist und im speziellen, ob die Patienten perspektivisch von einer geriatrischen frührehabilitativen Komplexbehandlung profitieren. Vor der Entscheidung für stationäre Pflege sollte immer überprüft werden, ob durch eine geeignete Therapie der Verbleib in der Häuslichkeit möglich ist.

Typische Indikationen für die Geriatrie sind Multimorbidität plus

  • Schlaganfall oder andere Hirnschäden mit Behinderung (Lähmung, Sprech-und Sprachstörung, Schluckstörung)
  • Parkinson-Syndrome u.ä. Bewegungsstörungen
  • Sturzneigung
  • Internistische Erkrankungen, die ambulant nicht ausreichend diagnostiziert oder medikamentös einzustellen sind (Diabetes mellitus, Herz-Kreislauferkrankungen, arterielle Durchblutungsstörungen etc.)
  • Operativ versorgte Sturzfolgen (Oberschenkelhalsfraktur, Wirbelfrakturen u.a. Frakturen)
  • Gelenkersatzoperationen wegen chronischer Gelenkschäden
  • Amputationen
  • Größere chirurgische Engriffe mit verzögerter Rekonvaleszenz
  • Erkrankungen, die wegen begleitender Demenz oder Verwirrtheit nicht in anderen Kliniken behandelt werden können

Nicht sinnvoll ist die Einweisung von Patienten zur Komplexbehandlung, die nicht in der Lage sind, die Therapiemaßnahmen mitzumachen.

Klinikleitung

Chefärztin
Dr. med. Christina Naumann
0345 778-7227
0345 778-7229

Formulare zur Anmeldung

Um planbare Zuweisungen rechtzeitig zu terminieren nutzen Sie bitte unsere Formulare:

Anmeldebogen für Akutgeriatrie/Geriatrische Tagesklinik
Antrag auf geriatrische tagesklinische Behandlung
Formular auf Fahrtkostenerstattung

Medizinisches Team

Oberärztin
Antje Schneider
Fachärztin für Innere Medizin
Zusatzbezeichnung Geriatrie
Zusatzbezeichnung Palliativmedizin
0345 778-7227
0345 778-6456
Gedächtnisambulanz
Dipl.-Psych. Grit Vöcks
0345 778-7226