Notaufnahme:
0345 778-6622
Rezeption:
0345 778-60
Termine/Aufnahme:
0345 778-6328
Termine Radiologie/MRT/CT:
0345 778-7105

Moderne Hernienchirurgie

In der Klinik für Allgemein und Viszeralchirurgie am Diakoniekrankenhaus Halle wird die Versorgung von allen Brucharten auf dem modernsten Stand angeboten.

Beim Erstkontakt zu den Patienten erfolgt durch den Chirurgen die spezielle Diagnostik im Rahmen eines Gespräches, einer klinischen Untersuchung und ggf. durch eine Ultraschalluntersuchung.

Als seit 2020 zertifiziertes Kompetenzzentrum der Deutschen Herniengesellschaft erfolgen jährlich über 200 Hernien-OPs, deren Behandlungserfolg überprüft und statistisch erfasst wird. Die Hernienoperateure bilden sich jährlich fort und ermöglichen so eine moderne und sichere Medizin.

Über unsere Sprechstunden können alle Anliegen besprochen und ein individuelles Behandlungskonzept erstellt werden. Personelle Spezialisierung sowie moderne Untersuchungs- und Behandlungstechniken gewährleisten einen hohen Qualitätsstandard. Vereinbaren Sie gern einen Termin oder kontaktieren uns per E-Mail.

Viszeral- und Refluxchirurgie (Hernienzentrum) Mi 08:30 - 15:30 Uhr

Terminvergabe erfolgt über die Zentrale Patientenaufnahme im Mühlweg 7:
Tel. 0345 778-6328 - zpa(at)diakoniewerk-halle.de

Bauchwandbrüche können angeboren sein oder werden im Laufe des Lebens erworben. Sie entstehen meist durch eine Bindegewebsschwäche in der Bauchwand. Ein Nabelbruch ist mit dem bloßen Auge erkennbar, da die eigentliche Form des Nabels verschwindet und stattdessen bleibt nur noch eine Vorwölbung in diesem Bereich erkennbar. 

Eine weitere angeborene Schwachstelle für Brüche befindet sich im Bereich der Mittellinie des Oberbauches. Hier können epigastrische Hernien auftreten und sich mit der Zeit erweitern. Nach vorangegangen OPs können außerdem Narbenbrüche entstehen.

Die häufigsten Zeichen eines Bauchwandbruches (Hernie) sind eine Vorwölbung, die vor allem beim Husten, beim Tragen schwerer Lasten oder beim Treppensteigen spürbar ist und von einem Druckgefühl, einem seltsamen „Ziehen” bis hin zu starken Schmerzen begleitet sein kann. Eine Hernie bleibt oft lange unbemerkt, ist aber nicht ungefährlich, da Organe des Bauchraumes – am häufigsten der sehr bewegliche Dünndarm – über die sogenannte Bruchpforte den Bauchraum verlassen und sich in den Bruchsack verlagern können. Wenn der „Gewebering” am Brucheingang die Darmschlinge und ihre versorgenden Gefäße abklemmt, kann eine so starke Schädigung eintreten, dass die betroffen Darmschlinge in kürzester Zeit abstirbt. So entsteht eine lebensbedrohende Situation mit Darmverschluss (Ileus), Austreten von Darminhalt in die Bauchhöhle und einer folgenden Bauchfellentzündung (Peritonitis).

Bauchwandhernien benötigen im jeden Fall eine chirurgische Korrektur im Sinne einer Bauchwandrekonstruktion. Die Versorgung eines Bauchwandbruchs gehört zu den häufigsten durchgeführten Eingriffen.

Während Bauchwandbrüche früher durch eine einfache Naht verschlossen wurden, setzt die moderne Chirurgie heute auf Kunststoffnetze, um die Bauchwand nachhaltig zu stabilisieren und somit das schwache körpereigene Kollagen zu unterstützen.

Besteht eine Bindegewebsschwäche und ein hoher Ruhedruck im Bereich des Bauchraumes, meistens durch Fettleibigkeit oder nach Schwangerschaft, kann es dazu kommen, dass sich das Bindegewebe in der Mittellinie oberhalb des Nabels bis auf das Vielfache erweitert und dabei deutlich ausdehnen kann. Dies führt zu einer Vorwölbung in der Mitte des Oberbauches bis in Höhe des Nabels, vor allem erkennbar beim Aufstehen und Anspannen der Bauchdeckenmuskulatur. In der Medizin spricht man von einer Rektusdiastase. Da diese Veränderung kein Risiko für eine Einklemmung darstellt und Schmerzen nur selten vorhanden sind, besteht keine Indikation zur Operation.

Ist ein Bruch im Bereich des Nabels oder eine epigastrische Hernie zusätzlich vorhanden, muss die Schwäche der Bauchdecke auch im Bereich der Rektusdiastase behoben werden, da diesbezüglich durchgeführte Studien gezeigt haben, dass sonst die Rückfallquote sehr hoch bleibt (bis zu 30 %). 

Die optimale chirurgische Versorgung richtet sich nach der Größe der Bruchpforte und dem Aufbau der begrenzenden Bauchwand. Ist die Nabelhernie oder epigastrische Hernie bei sonst intakter Bauchdecke klein, versorgen wir den Bruch mittels Implantation eines ca. 10 cm durchmessenden Netzes. Dieses weiche, nicht auflösbare Netz kommt vor dem Bauchfell zu liegen und hat somit keinen Kontakt zu den Bauchorganen (PUMP – Technik).

Größere Brüche mit ggf. Vorhandensein einer Bauchdeckeninstabilität (Rektusdiastase) fordern eine Implantation eines größeren Netzes.  Hier ist die sogenannte Sublay - Technik Mittel der Wahl, wobei das Netz in die hintere Bauchmuskelscheide als Stütze implantiert wird. Diese Operation nehmen wir durch einen 2 -3 cm großen Hautschnitt in sogenannter MILOS-Technik. Mit diesem in unserer Klinik standardisiert durchgeführten Verfahren ist es möglich mit kleinen Hautschnitten von wenigen Zentimetern endoskopisch unterstützt Bauchwandbrüche mit Netzen von Größen um 30cm und mehr zu versorgen (Endoskopische Mini/Less Open Sublay). Dadurch entstehen weniger Wiederholungsbrüche, seltenere Nach-Operationen und weniger chronische Schmerzen.

Zum MILOS-Verfahren und seiner Anwendung in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Diakoniekrankenhauses können Sie hier einen Artikel unserer Diakoniewerkschau einsehen. 

Unter einem Leistenbruch (Hernia inguinalis) versteht man eine Vorwölbung des Bauchfelles entlang der Leistenregion nach außen (im Bereich des Schambeins).
Die Leistenregion ist die am häufigsten betroffene Stelle für Bauchdeckenbrüche.

In Abhängigkeit von Allgemeinzustand, Nebenerkrankungen und Voroperationen und den individuellen Vorstellungen unserer Patienten, legen wir in einem gemeinsamen Gespräch die am besten geeignete OP-Methode fest.

Die endoskopischminimalinvasive Leistenhernienversorgung – unser Standard

Wir wenden in unserer Klinik, wenn möglich, die minimalinvasive Technik (TAPP) zur Versorgung der Leistenhernien an. Das bietet die Möglichkeit einer beidseitigen Versorgung in einer OP und der sehr kleinen Hautschnitte.

Wir empfehlen diese Operationsmethode gemäß den Leitlinien der Europäischen Herniengesellschaft (EHS) bei allen Formen des Leistenbruches, wenn nach individueller Einschätzung durch unsere zertifizierten Operateure kein gewichtiger Grund dem entgegen steht, dies könnte zum Beispiel die Einnahme von bestimmten Blutverdünnern sein. Wenn eine TAPP nicht sinnvoll ist, erfolgt die offene klassische Versorgung (OP nach Lichtenstein). Auch hier wird ein Netz zur Gewebeverstärkung verwendet.

Bei speziellen, individuellen Indikationen kann der Bruchverschluss ohne Fremdmaterial mit eigenem Gewebe (OP nach Shouldice) erfolgen.

Weiterführende Informationen

Artikel in der Diakoniewerkschau II 2021 (S. 8 f.) zum Aufbau des Hernienzentrums

Das Team des Hernienzentrum Diako Halle

Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Dr. med. Thomas Plettner

Facharzt für Chirurgie, Viszeralchirurgie und Spezielle Viszeralchirurgie, Zusatzbezeichnung Proktologie
anerkannter Zentrumschirurg der DGAV

0345 778-6344
0345 778-6366
Leitender Oberarzt / Zentrumsleiter
Dr. med. (Univ. Pécs) Viktor Nagy

Facharzt für Viszeralchirurgie, Zusatzbezeichnung Spezielle Viszeralchirurgie und Proktologie
anerkannter Zentrumschirurg der DGAV

Oberärztin
Dr. med. Sandra Adam

Fachärztin für Viszeralchirurgie, Zusatzbezeichnung Proktologie
anerkannte Zentrumschirurgin der DGAV

Qualitätsmanagement
Louisa Röber-Dubrau
0345 - 778-6121
Chefarztsekretariat
Anke Lux
0345 778-6344
0345 778-6366
Stationssekretariat E1 / Dokumentation Herniamed
S. Nagy
0345 - 778-6344
0345 - 778-6366
Herniensprechstunde

Mi 8:30 - 15:30 Uhr
Terminvereinbarung über Zentrale Patientenaufnahme 0345 778 6328